Die Insel Cadlao ragt mit
knapp über 600 m steil vor der Bucht von El Nido empor. Die
nahezu spiegelglatte See beim Ablegen wird rasch unruhig, als wir
den windgeschützten Bereich verlassen. Kurze, harte Wellen
prallen in einem ungünstigen Winkel gegen das Kajak. Als diese
dann knapp vor der Steilwand an der Südspitze von Cadlao
reflektiert werden, sorgt die so entstandene Klapotis (Kreuzsee) für mühsame
erste Kilometer zum „Einpaddeln“. Vorbei an palmengesäumten
Stränden und einigen steileren Küstenabschnitten umrunden wir
Cadlao, auch „Bird Island“ (Vogelinsel) genannt, gegen den
Uhrzeigersinn. Auf der Westseite eröffnet sich dann ein
beeindruckendes Panorama: Schon von weitem hat der weiße Streifen
vor dichtem Dschungelgrün vielversprechend gewirkt. Beim näher
Paddeln bestätigt sich der erste Eindruck. Verschiedenste Bäume,
Büsche und Palmen wechseln sich dicht an dicht ab – die
Vielfalt der Vegetation ist beeindruckend. Ein ausreichend großer
und aus Paddlerperspektive geeignet erscheinender Zeltplatz ist
auch schnell gefunden. Wir landen an.
Als es dunkel wird, machen
wir dann Bekanntschaft mit den zweifelsohne lästigsten Bewohnern
Palawans, den Nik Niks. Beim Zubereiten des Abendessens vor dem
Lagerfeuer sind uns die winzig kleinen Fliegen erst gar nicht
aufgefallen. Gerade einmal 2 mm groß haben wir sie leider erst
viel zu spät erkannt. Ihr Beißen äußert sich vorerst nur in
einem ganz leichten Brennen. Befördern wir die Quälgeister dann
ins Nirvana, zeugen nur winzig kleine Blutstropfen von den tätlichen
Angriffen dieser Biester. Die Rache wird nämlich erst Tage später
folgen, in Form eines unerbärmlich-quälenden Juckreizes. In
diesem Moment wissen wir aber (zum Glück) noch nicht, was uns
bald blühen wird. Wir tragen Insektenschutzmittel auf (umso mehr
DEET, desto besser) – wenn auch viel zu spät. Dann kehrt
langsam Ruhe ein. Nun nicht ganz. In unserer Umgebung beginnen
sich alle Blätter am Boden zu bewegen. Überall raschelt es –
„it´s Hermit Time“. Einsiedlerkrebse in allen Formen und
Farben erwachen zu ihrer täglichen Abendroutine. Sie kommen unter
dem mittlerweile aufgebauten Zelt hervor, besteigen dasselbe,
purzeln auf der anderen Seite hinunter und setzen unbeirrt ihre
Suche nach Essbarem fort. Lustig anzuschauen und garantiert ohne
Nebenwirkungen („Nasty Nik-Niks“!). Kilometerlange Spuren am nächsten
Morgen werden von ihrer Umtriebigkeit zeugen.
Die warme Nacht verleitet uns
dazu nur im Innenzelt zu schlafen. So bekommen wir wenigstens
etwas von der dürftigen Brise zu spüren, welche die Blätter des
Waldes kaum zu bewegen vermag. Um 2 Uhr nachts weckt uns dann ein
beginnender Regenschauer. Noch schlaftrunken taumeln wir aus dem
Zelt und fixieren das Überzelt. Als wir damit fertig sind und uns
wieder auf den Isomatten ausgestreckt haben, ist vom Regen nichts
mehr zu hören. Jetzt steht die Luft aber dermaßen still, dass es
uns den Schweiß aus den Poren drückt. 1:0 für das tropische
Wetter – egal was man tut … nass wird man auf jeden Fall.
Der Morgen ist bewölkt, aber
trocken. Wir lassen uns das erste Frühstück in der
philippinischen Wildnis schmecken, erkunden den Strand und
probieren uns im Bodysurfen in der Brandung. Erst spät brechen wir auf.
Die geplante Tagesetappe ist eher kurz. Wir paddeln dicht an der Küste
nach Süden, bis wir die fantastische Ubugun Bucht erreichen.

Hier
legen wir eine kurze Pause ein. Die schwarzgrauen, steil
aufragenden Kalksteinfelsformationen thronen über dem glasklaren,
türkisen Wasser und wirken fast wie eine Festungsmauer. Weiter
geht es zur Insel
Dilumacad. Sie ist Cadlao vorgelagert und wird (aus uns unbekannten Gründen)
auch Helicopter Island genannt. Beeindruckend sind hier die von
den Gewalten des Meeres ausgespülten Felsüberhänge, welche im
Laufe von Tausenden von Jahren durch eine in der Monsunzeit unermüdlich
ankämpfende Brandung entstanden sind.
Mittlerweile hat der Wind
wieder zugelegt. Bei der Querung zur Insel Matinloc bekommen wir
erstmals die starke Dünung zu spüren, die von Norden
hereinrollt. Nichts hält die Wellenberge hier ab, das südchinesische
Meer erstreckt sich über fast 1500 km nordwärts bis nach China.
Der Wind aus entgegengesetzter Richtung steilt die Wellen auf,
immer wieder brechen die Wellenkämme. Kurs West-Süd-West
– das heißt für uns eine Stunde harte Arbeit. Schnell finden
wir dann einen einsamen Strand, welcher durch eine vorgelagerte
Felsinsel abgeschirmt wird. Fast 400 m hoch ragt Matinloc aus dem
Meer. Es ist bereits spät am Nachmittag - der lange Schatten des
Gebirges wandert rasch Richtung Osten und vertreibt die letzten
Sonnenstrahlen von unserem Lagerplatz. Während Nathalie
schnorchelnd die Unterwasserwelt erkundet, mache ich mich auf die
Suche nach Feuerholz. Ein einziger kleiner Baum, ein paar
Schlingpflanzen und sonst nur wenig Vegetation - hoch oben ragen
ein paar Palmen aus den Felsen. Bewegt sich dort gerade etwas?!?
Erst auf den zweiten Blick erkenne ich die Affen im Geäst! Eine
recht große Gruppe turnt wagemutig im letzten Abendlicht. Ich
finde noch ausreichend Schwemmholz, um den Tag bei einem kleinen
Lagerfeuer ausklingen zu lassen.
Matinloc ist eine schmale, an
einer Stelle nur einige Meter breite, aber dafür kilometerlange
Insel. Nach der morgendlichen Routine des Campabbaus und Beladens
der Faltkajaks sind wir schon gespannt, was uns heute erwarten
wird. Kurz nach dem Aufbruch entdecken wir erneut eine Lagune, die
der gestrigen um nichts nachsteht. Man fühlt sich wie versetzt in
eine Kulisse aus „Herr der Ringe“: Mächtige Steilwände,
gewaltig wie Festungsmauern umrahmen eine blau-grün schimmernde
Einfahrt in eine andere Welt.

Trotzdem wir erst vor kurzem
losgepaddelt sind, verweilen wir einige Zeit. Die Wellen brechen
am nördlichen Eingang der Lagune, durch den wir das Juwel
verlassen wollen. Wir passen die größten Brecher ab und kämpfen
uns dann hinaus. Nach dem Erreichen der Nordspitze der Insel
Matinloc, machen wir eine 180 Grad Kehrtwendung und schlängeln
uns in einem Kanal parallel zur Nachbarinsel Tapiutan nach Süden.
Diese Enge wird Tapiutan Strait genannt und hat eine Besonderheit
zu bieten. Der Meeresgrund fällt steil ab und beherbergt an
dieser Abbruchkante eine besonders vielfältige Unterwasserwelt.
Hier begegnen wir Nemo und seiner Familie, versteckt in einer
Anemone.
Weit über 30°C – im
Schatten! Die Sonne brennt unerbärmlich vom Himmel, während wir
die Südspitze von Matinloc anpeilen. Das Südkap Binayan Point eröffnet
dann den Blick Richtung Osten und die Nachbarinsel Miniloc zeigt
sich aus neuer Perspektive - wild zerklüftet mit vielen Buchten
und zahlreichen kleineren, vorgelagerten Inseln südlich davon.
Irgendwo dort wollen wir die nächste Nacht verbringen. Die
Querung ist nur knapp über 2 Kilometer lang, der Wellengang
moderat. Auf Miniloc befindet sich ein kleines, aber teures
Resorthotel, und die ersten Strände auf die wir treffen wirken
so, als würden sie als Tagesausflugsziel genützt werden. Somit
suchen wir weiter um eine einsame Ecke zu finden, die wir auch
morgen Früh noch für uns allein haben werden.
Fündig werden wir ca. 1,5 km
südlich auf Entalula Island. Die letzten Strahlen der Abendsonne
treffen auf den Strand, wo wir auch sofort die mächtigen Fußabdrücke
von riesigen Echsen entdecken. Der Größe und dem Abstand
zwischen Vorder- und Hinterbeinen nach geschätzt, haben die
Warane jeweils ungefähr 1,2 m Gesamtlänge. Beim Campaufbau
achten wir auf weitere Hinweise zu unseren Mitbewohnern. Und plötzlich
sehen wir sie aus dem Dickicht kommend, hinter einem Felsen
auftauchen. Es sind 2 stattliche Exemplare, die auch die letzten
warmen Sonnenstrahlen zu genießen scheinen. Fasziniert nähern
wir uns vorsichtig den Monitor Lizards. Uriger kann der Tag nicht
enden.
Da sich unsere Wasservorräte
schon mehr als halbiert haben, ist unser Plan, diese beim Resort
auf Miniloc aufzufüllen, um auch weiter so unabhängig wie möglich
zu sein. Als wir uns am nächsten Morgen, nach einer halben Stunde
paddeln, dem Hotel nähern, werden wir von einem Mitarbeiter mit
Funkgerät am Einfahren gehindert. Er meint, es sei nicht erlaubt
hier an Land zu gehen. „Wir möchten auch nur unsere Wasservorräte
auffüllen. Regenwasser ist uns auch recht…“, versuche ich ihm
zu erklären. „Not possible !!“ (Das ist nicht möglich), ist
seine harte Antwort. Wir könnten 500 ml Flaschen Wasser zu einem
extrem überteuerten Preis
kaufen und dabei auch das Boot nicht verlassen, mehr nicht. Bei so
viel unfreundlichem Benehmen vergeht uns die Lust hier noch mehr
Zeit zu verschwenden. Mittlerweile haben sich ein paar Mitarbeiter
versammelt und hier abgestiegene Touristen sind auch bereits
aufmerksam geworden. Wir lassen Sie wissen, dass wir ihr Verhalten
ungeheuerlich finden und kajaken davon. Bisher sind wir nur auf
sehr freundliche und offene Menschen getroffen. Es handelt sich
wohl um die klassische Ausnahme, welche die Regel bestätigt.
Die Landschaft hat jedoch ein
gewaltiges Trostpflaster für uns parat: Die Lagunen von Miniloc
Island. Neben der Big Lagoon, fasziniert uns vor allem die geheime
Lagune (Secret Lagoon), von der Small Lagoon nur durch einen
winzigen Durchgang erreichbar, der gerade breit genug für unsere
Kajaks ist. Dieses versteckte Kleinod birgt dann noch ein weiteres
Geheimnis: durch einen kaum erkennbaren Höhleneingang gelangen
wir mit den Seekajaks in eine Art Grotte, in welcher durch ein
Loch in der Decke ein kegelförmiger Lichtstrahl, wie ein
Scheinwerfer, die Finsternis erhellt.
Diese Entdeckungstour hat uns
zwar abgelenkt, nun müssen wir aber trotzdem kurzfristig die Route
umplanen. Wir beschließen das Dorf Corongcorong in der
gleichnamigen Bucht anzusteuern. Gesagt, getan. Eine Querung zurück
zum Festland bei immer ruhiger werdender See und schließlich
spiegelglatter Wasseroberfläche unter brütender Sonne zehrt an
der Substanz. Wir trinken viel und freuen uns schon auf ein
Quartier. Schnell ist dann auch eine Hütte direkt am Strand
gefunden. Ein Engländer und ein Franzose bauen hier seit Jahren
an diesem kleinen, aber feinen Refugium. Schließlich bleiben wir
dann sogar 2 Nächte.
Am Ruhetag kümmern wir uns
um kleine Ausbesserungsarbeiten an der Ausrüstung und planen den
weiteren Routenverlauf. Wir werden eine Schleife über die südlichen
Inseln der Bucht paddeln, um dann die Bacuit Bay zu verlassen und
den langen Weg nach Süden Richtung Sabang, dem geplanten Zielort
dieser Tour, anzutreten.
Vor unserer Abfahrt gibt uns
Alain, unser Gastgeber, noch ein paar Tipps - unter anderem sollen wir in der
Endeavour Strait, einer Meeresenge, die wir befahren wollen,
aufpassen, da sollen sich gelegentlich ein paar
„Teilzeit-Piraten“ herumtreiben - jedoch vor allem nachts.
Schöne Aussichten ;-) Danke für die Gastfreundschaft und das Insider-Wissen.

Wir verlassen Corongcorong
mit prall gefüllten Wasservorräten und nehmen Kurs nach Süden
ans Ende der Bucht. In der Enge zwischen Depeldet Island und dem
Festland ziehen wir die Boote durch knöcheltiefes Wasser,
Inabuyatan Island besticht durch das markante Aussehen der
steilaufragenden Felskuppel, welche am südwestlichen Rand von
einem schönen Strand gesäumt wird. Ebenso ist ca. 10 m über dem
Meeresspiegel in der Steilwand ein aus Bambus gefertigter
Verschlag zu erkennen, den die tollkühnen Einheimischen bei der
Suche nach Schwalbennestern nützen, um bei noch leeren Nestern
gleich vor Ort auf ihre „Beute“ zu warten. Vorbei geht es am
gebirgigen und schroffen Lagen Island, weiter zur kleinen Pinsail
Insel, wo wir in eine fast 80 m hohe Höhle, genannt „the
Cathetral“ (die Kathetrale) paddeln. Die teilweise mangroven-umsäumte
Dibuluan Insel ist unser Wendepunkt. Mit Kurs Nordost geht es auf
die letzten Paddelkilometer an diesem Tag. Am Ufer entdecken wir
immer wieder Hütten von Fischern, die wie hier fast alles, nur auf
dem Seeweg zu erreichen sind. Auf Snake Island, der
Schlangeninsel, schlagen wir spät unser Camp auf. Den Namen trägt
die Insel wegen einer Landzunge, die sich bei Ebbe als schlangenförmig
verlaufende Sandinsel hunderte Meter bis zum gegenüberliegenden Festland erstreckt.

Ein Dorf am Ende der kleinen
Bigun Bucht ist uns schon zuvor aufgefallen. Es liegt nur zirka einen
Kilometer entfernt. Kaum ist die Nacht hereingebrochen, dringt von
dort laute Musik bis zu unserem kleinen Eiland herüber. Ein
Stimme über Lautsprecher unterbricht die hämmernden Bässe nur
um anscheinend das nächste Lied anzukündigen. So geht das lange
weiter. Sehr lange. Denn Ruhe kehrt erst ein, als es mit den
ersten Sonnenstrahlen für uns schon wieder Zeit ist aufzustehen.
Da befinden wir uns vermeintlich mitten in der Wildnis, und dann
dröhnt dieser Lärm durch die Nacht. Es muss schon einen sehr
guten Grund zum Feiern gegeben haben, denn Strom ist hier noch
kostbares Gut. Selbst in El Nido hat es erst ab dem späten
Nachmittag Strom gegeben und diesen dann nur bis ungefähr
Mitternacht. Viele der abgelegenen Dörfer sind gar nicht an das
mangelhafte Stromnetz Palawans angeschlossen. Und einen Generator
für den Fall der regelmäßig vorkommenden Stromausfälle
besitzen die wenigsten.



Heute ist ein besonderer Tag.
Wir werden die Bacuit Bay verlassen und das stellt einen
Wendepunkt auf unserer Reise dar. Deshalb wollen wir einen letzten
Blick zurück auf diese fantastische Bucht werfen. Als wir auf
Guintungauan Island, auch Turtle Island (Insel der Schildkröten)
genannt, zupaddeln, ist uns sofort klar: Hier müssen wir bleiben.

Der einladende Strand auf der Ostseite der Insel bietet zwar kaum
Schatten – nur ein einziger Pandanus Baum und die weit überhängende
Felswand kommen als Schattenspender in Frage (das sollte
reichen) – atemberaubend ist aber der Blick zurück auf all die
Inseln, zwischen denen wir die Tage zuvor gekajakt sind.
Saddle
Island am Weg nach Liminangcong
Liminangcong, ein Dorf, das
vor allem während des Nordost-Monsuns ein Zentrum des Fischfangs
auf Palawan ist, steuern wir tags darauf an. Die Fischerei ist die
Lebensgrundlage des Großteils der Bevölkerung hier. Vor allem
nach Einbruch der Dunkelheit erkennt man das an einem
beeindruckenden Schauspiel. Kaum legt sich der Mantel der Nacht über
das Land beginnen am finsteren Horizont nach und nach Lichter
anzugehen. Der Schein einer jeden Lampe steht für einen Fischer,
der damit oft die ganze Nacht seiner Arbeit am offenen Meer
nachgeht. Es gibt Nächte,
da zählen wir weit über 50 Lichter. Bereits am Weg ins Dorf
begegnen uns die charakteristischen Auslegerboote. Viele
Einheimische winken uns zu, ein großer Teil wirkt aber auch
skeptisch und oft werden wir bewusst keines Blickes gewürdigt.
Wir versuchen immer freundlich zu sein. Nun heißt es aber das
Puerto Paraiso Inn zu finden, die einzige Unterkunft im Ort. Wir
fragen bei einem Mann nach, der gerade hoch oben, auf seinem
Stelzenhaus bei seinen Kindern sitzt. Er beginnt wirr zu lachen
und schreit seine Verwandtschaft zusammen. Wir verstehen kein
Wort. „Salámat !“ - „Danke“ rufen wir ihm zu und suchen
weiter. Schließlich erhalten wir einen Hinweis von ein paar
Jugendlichen und stehen dann auch gleich vor einem kleinen
Problem. Bei der Unterkunft gibt es keine Möglichkeit anzulanden.
Lange überlegen wir, wie wir unsere Boote über die fast 2,5 m
hohe Mauer befördern könnten. Schließlich finden wir eine Lösung:
Neben dem Fischmarkt, der nur unweit zur Linken der Absteige
liegt, gibt es eine Rampe. Dort legen wir an. Nathalie bewacht die
Boote unter den neugierigen Blicken einiger herumsitzender
Philippinos und ich mache mich auf den Weg zum Puerto Paraiso Inn.
Ein kleines Zimmer hat die Besitzerin für uns. Perfekt. Und der
Preis? Umgerechnet 5 Euro!! Ich eile zurück zu Nathalie. Wir
entleeren die Wasservorräte, die noch übrig sind, damit die
Boote wenigstens etwas leichter werden, und tragen die Kajaks dann,
eines nach dem anderen, entlang der Strasse in einen geschützten
Innenhof. Geschafft !
In Liminangcong trifft man
kaum Urlauber. Ein paar Rucksackreisende haben sich hierher
verirrt um das echte Leben der Bevölkerung fernab von jeglichem
Tourismus zu erleben. Es gibt nur ein paar Mopeds und Tricycles,
die auf der einzigen „Hauptstrasse“ verkehren. Ansonsten wirkt
der Ort eher verschlafen. Ja, und müde, das sind wir auch. Auf
der Suche nach Essbarem durchqueren wir das Dorf, kaufen ein paar
Vorräte nach und verschlingen ein traditionelles Nudelgericht. Am Abend
sitzen wir auf einer überdachten Terrasse und beobachten das
Treiben im Hafenbecken. Kaum wird es finster, bringt uns die
Hausherrin ein paar Kerzen. Strom wird es heute keinen mehr geben.
So schaukeln wir noch eine Weile bei Kerzenschein in der Hängematte,
bevor wir uns unter einem löchrigen Mosquitonetz in unser (sehr)
kleines Zimmer zurückziehen.

Die voll bepackten Kajaks
tags darauf hinunter zum Fischmarkt zu tragen, ist für uns eine ziemliche
Schlepperei - für die Einheimischen eine willkommene Abwechslung.
Die Menschenmasse wird immer größer, alle wollen einen Blick
ergattern. Mehrfach laufen wir zwischen dem Puerto Paraiso Inn und
dem Ablegepunkt hin und her, um nach den Booten auch noch die
Wasser- und Essensvorräte zu holen. Die Faltboote würden unter
voller Beladung wahrscheinlich beim Tragen durchbrechen. Jeder
Handgriff beim Beladen wird beobachtet und kommentiert. Endlich
fertig müssen wir uns noch zwischen den Auslegern unzähliger
Fischerboote hindurch schieben, drücken und ziehen, bevor wir
endlich freie Fahrt Richtung Endeavour Strait haben.
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2 - Entlang
der wilden Nordwestküste Palawans >>